-->
home home     home downloads     home kontakt     home impressum

Lebenszeitorientierte Sicht

Das Leistungsfähigkeitsprinzip - dynamisch interpretiert

Nach der lebenszeitorientierten Sicht ist das Lebenseinkommen eines Steuerpflichtigen als Grundindikator der Leistungsfähigkeit aufzufassen und nur ein einziges Mal steuerlich zu belasten. Das verfassungsmäßig verankerte Prinzip der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit wird somit dynamisch interpretiert. In jedem Steuerabschnitt (Kalenderjahr) sind deshalb nur jene Einkünfte zu versteuern, die nicht steuerlich vorbelastet und auch nicht erst in späteren Jahren zu versteuern sind.

Sollen gleiche lebensbezogene Leistungsfähigkeiten zu gleichen Steuerlasten führen, müssen auf den Lebenszyklus bezogene kumulative Belastungswirkungen bei den Ersparnissen der Bürger und den Unternehmensgewinnen vermieden werden.

 
 

Sicherung der Einmalbelastung des Lebenseinkommens durch Zinsbereinigung

Bei Unternehmensgewinnen kann die lebenszeitliche Einmalbelastung erhebungstechnisch nach der Methode der Zinsbereinigung erfolgen. Das bedeutet, dass neben dem bestehenden Abzug von Kreditzinsen standardisierte Eigenkapitalzinsen von der steuerlichen Bemessungsgrundlage abgezogen werden können. Damit ist gewährleistet, dass Steuerlast und Steuersatz in lebenszeitlicher Sicht übereinstimmen.

Eigenkapitalzinsen werden auch Schutzzinsen genannt, weil Unternehmensgewinne mit ihrem Abzug gegen eine Mehrfachbelastung in der Zeit geschützt sind.

Hiermit korrespondiert die Steuerfreiheit marktüblicher Sparzinsen des Bürgers. Diese werden aus Sparkapital erzielt, welches aus bereits versteuertem Einkommen gebildete wurde und daher steuerlich vorbelastet ist.

 
 

Sicherung der Einmalbelastung des Lebenseinkommens durch Sparbereinigung

Eine weitere Methode zur Sicherung der Einmalbelatung von Einkommen in lebenszeitlicher Sicht besteht in der Sparbereinigung. Sie ist auch als nachgelagerte Einkommensbesteuerung bekannt.

Die Bildung von Sparkapital führt nach der Methode der Sparbereinigung zu steuerlich abzugsfähigen Beträgen. Das Sparkapital wird also unversteuert (brutto) angelegt. Erst wenn das Sparkapital und die damit erwirtschafteten Erträge den Sparkonten entnommen werden, unterliegen sowohl das steuerfrei angelegte Sparkapital als auch die daraus erzielten Erträge der Einkommensbesteuerung.

Die sparbereinigte (nachgelagerte) Besteuerung von Einkommen wird nach derzeitigem Steuerrecht bei Beamtenpensionen, Betriebsrenten und der Riesterrente praktiziert und nach dem gesetzlich vorgesehenen Anpassungsprozeß zukünftig auch bei den gesetzlichen Renten die Regel sein.

Auch im Rahmen der Einfachsteuer kommt sie ausschließlich bei Renten zur Anwendung, allerdings umfassender als zur Zeit.